Feuchte Gefahr in der Herbertstraße – Humid danger on the Herbertstrasse

Es ist voll als hätte sich ganz Hamburg eingefunden. Eng an eng schieben sich die Touristen, Amüsierfreudigen, Betrunkenen und Neugierigen durch die Nacht. Schrill und laut tönt es aus allen Richtungen. Betrunkene Engländer haben vergessen, dass es keine Sperrstunde gibt. Auf der Reeperbahn, heute, an einem beliebigen Samstag, nach Einbruch der Dunkelheit.

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Es ist eine dieser seltenen lauen Hamburger Nächte, an denen die Temperatur über 20 Grad bleibt. Man läuft mit den Menschen, biegt hier nach rechts, bleibt dort stehen, trinkt noch ein Bier, einen Schnaps. Man geht nach links. Man lässt sich treiben, kehrt ein. Früher oder später aber steht man vor ihr, der Herbertstraße. Ganz so, als sie eine Abkürzung von A nach B.

Seit Bebauung ist sie ein Hotspot des Lustshoppings, eine Bordellstraße. Berüchtigte 60 Meter reihen sich Schaufenster an Schaufenster. In jedem Fenster sitzen auf hohen Hockern Mädchen, eine schöner als die andere. Am geöffneten Fenster sprechen und verhandeln sie mit potenzieller, potenter Kundschaft. Sie lächeln, sie flirten, Preise werden genannt, verhandelt. Doch wie überall ist es auch auf der Herbertstraße, eigentlich im ganzen Kiez, nicht mehr wie es früher einmal war. Die Frustration angesichts sich verschlechternder Geschäfte ist groß unter den Mädchen. Früher kamen Hamburger, Matrosen. Heute nur noch betrunkene Neugierige. An beiden Enden ist die Straße durch hölzerne Sichtblenden vor neugierigen Blicken, Minderjährigen und Frauen verstellt. Frauen sind in der berühmtesten Straße Hamburgs alles andere als gern gesehene Gäste. Ein Schild an den Sichtblenden an beiden Enden der Herbertstraße gibt Warnung: Zutritt für Jugendliche unter 18 und Frauen verboten. An Frauen, die dennoch die Straße betreten: Aufgepasst!

Supersoaker! Wasserabschuss! Wasserladung um Wasserladung werden neugierige Frauen abgeschossen, davon geschwemmt. An den Kopf, den Oberkörper, die Beine – ganz gleich. Deftigste Schimpfworte und Schießereien mit Wasserpistolen. Fast entzaubert es die Straße und ihre Mädchen ein wenig. Fast!


It is crowded as if all of Hamburg came together. Packed tightly together, tourists, seekers for amusement, drunk and curious people hustle. Shrill and loud blasts the night. Drunk British drink and drink and forgot that there is no closing hour. Here, on the Reeperbahn, at a random Saturday night, after sunset.

It is one of those rare warm nights in Hamburg, when temperature does not drop unter 20 degrees. You walk with the people, turn to the right, take it slow, drink a beer, a schnapps. You turn to the left. You let things drift, stop for another drink. Sooner or later you are just in front of it, the Herbertstrasse. Just as if it was an abbreviation from A to B.

Since its construction it is a hotspot for lustfully shopping. A brothel street. Notorious 60 meters showcase after showcase strung together. Behind each window sits a girl on a stool, each one beautiful and attractive. With the windows open they talk and negotiate with potential, potent customers. They smile, they flirt, name and negotiate prices. But, same as everywhere, the Herbertstrasse, the entire worker´s district, is not as it was once. Frustration is huge among the girls, business is doing badly. In the past it was Hamburg men and sailors coming. Nowadays it is drunk and curious people taking a look. From both ends the street is blocked by wooden screens from the curious views of under-age people and women. Women are the least wanted guests on the most famous street of Hamburg. A sign warns: Entrance for people under 18 and women prohibited. So to all the brave women willing to enter the street anyway: Take care!

Supersoaker! Water shooter! Loads of water are shot, watering the street and the woman on it. To the head, on the body, the legs – anywhere. The worst insults and shootings with water guns. It almost demystifies the street and the girls. Almost!

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