Einkaufen auf Chinesisch

Frauen gehen gerne einkaufen. Kleider, Röcke, Hosen, Schuhe. Ich gehöre nicht zu den Frauen. Das an- und ausziehen entspannt mich nicht. Es stresst und frustriert. Einkaufen im Supermarkt hingegen ist weniger frustrierend, wenn es sich schnell gestalten lässt. Am besten geht das mit einem Einkaufszettel. Ich kaufe im Prinzip jede Woche die gleichen Produkte. Ich weiß – anders als bei Kleidern – schon vorher wie die Produkte schmecken. Ich bevorzuge frisch statt fertig. Die Identifizierung fällt bei frischen Produkten in der Regel leichter: Apfel sieht anders als Banane. Spinat sieht nicht aus wie Kopfsalat. Man kann so Überraschungen in der Lasagne vermeiden.

Ich will dieses Einkaufsverhalten beibehalten, denn ich fahre gut damit. Auch in China kaufe ich frisch. Ich brauche in jeder Woche etwas Obst, Gemüse, Naturjoghurt und Milch. Müsli und Käse. Mein Einkaufszettel ist kurz. Das Einkaufen auch. In Peking habe ich in meiner Nachbarschaft nach einstündiger Suche einen Supermarkt gefunden. Mit dem zeitreduzierenden Einkaufszettel habe ich danach minimale zwei ein halb Stunden für den Einkauf benötigt.

Als erstes das Kühlregal: 1.000 Produkte in weißen Plastikbehältnissen. Milch? Joghurt? Käse? Tofu? Ich nehme eine Pappe mit roter Schrift. Wird schon Milch sein. Ich nehme wahllos ein weiteres Produkt heraus, versuche zu lesen und entscheide: ich verzichte auf Joghurt. Es liegt viel Viereckiges im Kühlregal. Ich lege zwei Produkte in den Wagen. Das erhöht die Chance, Käse gegriffen zu haben.

Weiter zum Gemüse und Obst: Salat, Gurken, Tomaten – manches Gemüse sieht seltsam deformiert aus. Außerdem eingelegter Bambus und Sojasoße. Eine Melone. Fehlen noch Wasser, Müsli und etwas Tee. Es gibt 50 Packungen Cornflakes aber kein Müsli. Schließlich finde ich es doch. Bei den Gewürzen. Für das Wasser und den Tee irre ich lange durch die Gänge. Das Wasser steht beim Frittieröl und der Tee ist lose bei den losen Bonbons.

Zuhause angekommen, will ich mir einen Salat machen. Dazu wird das Gemüse klein geschnitten. Ich lege mir ein bisschen eingelegten Bambus daneben, schneide die erste Käsepackung auf. Es befindet sich darin: Tofu. Ich schneide die zweite Käsepackung auf. Es befindet sich darin: Tofu. Gut. Der eingelegte Bambus ist kein Bambus, sondern gummiähnliches, geflügelartiges Gemüse. Das eingelegte Geflügelgemüse schmeckt aber gut. Der Salat ist bitter. Und die Gurke ist schuld. Oder auch nicht. Denn es ist keine Gurke. Bittermelone steht im Internet.

Zum Frühstück am nächsten Morgen gibt es Müsli. Der bittere Geschmack der Gurkenbittermelone liegt mir noch auf der Zunge. Das Müsli in der Packung ist in 30 Gramm Tüten verpackt. Der Inhalt entpuppt sich als weißes Pulver. Pulver aber ist kein Müsli.

Also doch nur eine Tasse Tee und ein Glas Milch.

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Ein Gedanke zu “Einkaufen auf Chinesisch

  1. ich krieg mich ja nicht mehr ein, beste ja?! Wenn das gemuese wie huehnchen schmeckt, probiere doch mal das huehnchen, vllt schmeckt es nach salat. und wenn es dir dort zu viel wird, dann komm rueber, wohne jetzt alleine, mit einem Koreaner und Chinesen jajajajaja, also nicht alleine, aber nicht mehr da wo vorher, weil sonst waere jetzt nicht da wo ich sein wollte bevor ich hin und weg wollte.

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